Sonntag, 19. April 2026

Kleiner Tipp zur Kostenexplosion im Gesundheitssystem... übrigens genau so selber erlebt

Es war einmal ein kleiner Junge der in der dritten Klasse plätzlich an einem Finger kleine komische Bläschen hatte. Da das noch niemals vorgekommen war und auch sonst keiner in der Familie sowas jemals gesehen hatte sind sie zum ganz normalen Kinderarzt gegangen, der die Kinder der ganzen Familie betreute. Er war ein guter Arzt und konnte mit seiner medizinischen Erfahrung eigentlich immer weiterhelfen. Er schaute sich die Bläschen an und meinte nur: "Wo hast du das denn her und dann auch noch am Finger"? Das sind Herpesbläschen und wenn keiner in der Familie irgenwas in der Richtung hat, hast du dich wohl in der Schule angesteckt. Das wäre nicht so tragisch. 90 Prozent der Menschen tragen das Virus in sich. Nur bei einigen bricht es halt ab und an aus, vor allem wenn die Abwehrkräfte schwach sind. Das kommt oft vor oder nach Erkältungen vor. Die Diagnose erforderte den geschulten Blick eines Kinderarztes und hat etwa drei Minuten gedauert. Das war übrigens der Herr Dr. Giesike in Villingen-Schwenningen.

Eine Generation später gab es wieder ein Kind, das diese Bläschen hatte. Genau diese Bläschen hatte es auch schon mal vorher und wurde deswegen weil es so klein war in einem Krankenahus behandelt. Als diese Bläschen wieder auftraten gingen die Eltern mit eben diesem Kind ins Krankenhaus und gaben dem medizinischen Personal ein Tip worum es sich handeln könnte. Weil hierzu auch schon eine Creme verwendet wurde, die ein anderer Arzt empfohlen hatte und die auch anschlug. Das medizinische Personal war ja fast entsetzt dass sich so Laien wie die Eltern überhaupt erdreistet haben denen zu sagen was es sein könnte. Darum fragten die auch noch etwas provokant ob der Pappa denn auch im medizinischen Bereich arbeiten würde oder woher er das denn wisse. Als der Pappa denen die Vorgeschichte erzählen wollte, die eben in dem Krankenaus stattgefunden hat, wurde er harsch unterbrochen, dass dieser Fall ja nix mit dem Fall eben zu tun hat. Und auch wenn das Kind das immer wieder kurz hatte könne man das ja gar nicht so einfach sagen. Ohne Laborbefund würde da gar nix gehen. Weil die Bläschen wären ja aufgeplatzt wegen der Creme. Glücklicherweise gab es da doch noch das eine oder andere was neu dazukam und nicht aufgeplatzt war. Also quasi in dem ursprünglichen Zustand. Eben dem, der einem erfahrenen Kinder-Hausarzt vor 40 Jahren gereicht hat um eine Diagnose zu stellen. Das haben die natürlich nicht gelten lassen und nur weil es Bläschen sind könne man doch nicht einfach so auf Herpes schließen. Da in dem Krankenhaus die Laborergebnisse ja leider erst in zwei bis drei Tagen zu erwarten wären, wurde das Kind mitsamt der Mutter auf Station gebracht um die Ergebnisse abzuwarten und man könne ja noch etwas für das eine oder andere Leiden tun. Leider, ja leider könne man zu dem Zeitpunkt nicht auf Herpes behandelt weil ja die Laborergebnisse ausstehen. Das sich das wohl in der Zeit im Körper ausbreiten kann, vor allem wenn das Immunsystem down ist, fanden die jetzt nicht so stichhaltig und nun weden alle schön flatratemaßig warten bis das Labor seine Arbeit verrichtet hat und man dann drei Tage später mit der Behandlung dessen beginnt was jeder Vollidiot sehen kann.

Ihr Politfuzzis, komm mir nur nochmal einer mit so nem dummen Spruch über Flatratementalität beim Arzt. Ey, dann nehm ich mir frei und fahre persönlich in den Bundestag um Gongs zu verteilen. Ich gehe zum Arzt in der Hoffnung, das der mit seiner Erfahrung sagen kann worum es sich handelt weil er das schon tausend Mal gesehen hat. Mit einem fertigen Laborbericht kann mir auch ein Klempner sagen was es ist.

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