Wie bereits gesagt, von dem "Abblasen" des Projektes habe ich im Aufzug erfahren, nachdem ich 4 unbeantwortete E-Mail an den Inder geschrieben habe. Bin in das Projektmanagerbüro gelaufen und als er auf dem Sprung nach Hause war (war ja Donnerstag, da geht man ja früher, Heimreise usw.) hat er sich erbarmt mir auf dem Weg nach draußen mitzuteilen was Sache ist.
Gut so viel erstmal dazu. Ich habe ja auch die Anwendung betreut, vor der Migration. Da gab es Treffen mit der Referatsleitung (ebenfalls Inder) und der hat geschwärmt vom Microservices, Portierung die Behörde wollte quasi zum IT-Anbieter für die Digitalisierung in Deutschland aufsteigen. Nach 11 Monaten hatte das Projekt nicht mal angefangen und für zwei weitere Projekte haben die es nicht mal geschafft eine Entwicklungsumgebung zu stellen. Dazu später mehr.
Aufgrund dessen, dass vorher eine Dame da war, die eigentlich niemals was daran gemacht hat waren an der Anwendung einige Sachen zu tun. Man muss schon sagen, die Leute vom Amt, sind so it affin bayrische Rinder. Aber nun gut kann man nicht ändern, dass man denen erst mal beibringen muss was die eigentlich wollen. Ganz oft sagen die ich will das und das und dann muss man erst mal herausfinden, das die eigentlich was ganz anderes wollen. Bloß nicht wissen was das ist.
Aber viel schlimmer ist der Dienstleister des Bundes. Der ist so schlimm, dass diese Behörde, die weit davon ist effizient zu sein versucht die IT so zu planen, dass die in vielen Sachen nicht mehr involviert sind. Die sind die Katastrophe, der Katastrophen.
Ein Beispiel. Diese Anwendung wird auf noch ziemlich altmodische Art und Weise online gestellt. Weil das so ist muss man wenn man als Entwickler fertig ist denen sagen, dass die es online stellen sollen z.B. auf die Testumgebung. So können die vom Amt es testen und sehen ob das so ist wie sie wollen oder ob das und das anders soll. Jetzt ist es so dass es für das stellen auf die Testumgebung keine Vereinbarungen gibt wie viele Tage vorher man das beantragen muss. Für live schon, nämlich 5 Tage. Da saß nun ein Sesselfurzer der scheinbar zu sehr dran gewohnt war nix zu tun. Der hat das auf falsche Umgebungen hinkopiert, die Sachen schlichtweg nicht gemacht und gesagt er war 2 Tage vorher auf einem Lehrgang als Entschuldigung uvm. Gut so Idioten hat ja jeder auf der Arbeit. Aber richtig geil ist Folgendes. Nun nach über einem Jahr wurde an der Anwendung wieder gearbeitet. Und das war dem wohl zu viel, dass er da alle paar Tage mal was von A nach B kopieren muss. Dann hat er plötzlich angefangen Vorschriften zu erfinden. Plötzlich fing er an zu erzählen, dass wäre mit der Referatsleitung abgeklärt, dass nun auch für das Kopieren auf die Testumgebung eine Vorlaufzeit von 5 Arbeitstagen gilt. Das würde bedeuten, dass wenn man z.B. etwas entwickelt und es online stellt zum Testen, die vom Amt sich das Anschauen und ein oder zwei mal was geändert haben wollen man zwanzig Arbeitstage wartet, einen kompletten Monat, bis das endlich online ist. Nur diese Warterei kostet das Amt ca. 20.000 Euro, mindestens. 5 Tage erstes online stellen Testumgebung, 5 Tage online stellen zweites Mal (die vom Amt wollen das etwas anders haben weil eben nicht so it affin die Leute), 5 Tage drittes mal online stellen Testumgebung weil das muss ja final getestet werden und dann 5 Tage warten um es auf Live zu stellen.
Und das ist noch eine positive Annahme. Kann auch sein, dass die vom Fachbereich nicht nur einmal sondern zwei oder drei Mal was anders haben wollen weil neue Informationen dazukommen. Dann würde man ca 1,5 Monate nur mit dem Warten auf das Deployment verbringen. Somit möchte man z.B. ein neue Auswertung programmieren z.B. ein PDF (nicht gerade selten in einer Behörde), das aus nur einer Datenbankabfrage besteht wo man 2 Mal nachsteuern muss weil eher die oder die Spalte notwendig ist und vielleicht ein Bug auftaucht, mit der Zeit, die die Leute zum Testen brauchen. Zwei Monate. Himmelarsch 2 Monate. Wie soll man da entwickeln?
Natürlich hat der Colonia Jesux sich vor dem Wort "Referatsleitung" nicht einschüchtern lassen. Was juckt mich so ein Amtspoopser auf zweitunterster Ebene. Dann habe ich das eskaliert und gesagt, gut dann klären wir das auf der Ebene. Plötzlich meldet sich nicht sein Chef bei mir sondern sein Kollege und versucht die Sache runterzukochen. Wir müssen doch nicht auf der Ebene reden, sondern wir beide können uns unterhalten. Wollte ich zwar nicht aber der Inder hat es dann so gewollt. Dann kam raus, diese neue Vorschrift hat es niemals gegeben. Das hat der sich nur ausgedacht, vorgeschoben, weil die ja so viel zu tun haben. Und die können das doch weiter so wie bisher handhaben. Krass oder? Hatte auch irgenwie keiner auch nur das geringste Inteesse daran den Typen zur Verantwortung zu ziehen weil er auf eigene Faust die Entwicklung in Projekten quasi lahmlegt und Vorschriften erfindet.
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