Mittwoch, 25. Dezember 2019

Säkularismus

Tach Leute,

heute erkläre ich euch mal warum Säkularismus wichtig ist und man sich das Gefasel der Kirchen, die gar nicht daran denken sich auf die geistliche Welt zu beschränken nicht allzu viel geben sollte.

Also, viele Bücher auf die man sich heute beruft wurden vor tausenden von Jahren geschrieben von Menschen, die in ihrem ganzen Leben weniger Informationen aufgenommen haben als in einer Tageszeitung steht. Teilweise bedeutend weniger. Tageszeitung war im Mittelalter. Ein Gehirn, dass über so wenig Informationen verfügt um seine Umwelt zu interpretieren wird in allem was es nicht erklären kann (und das ist bei solch einer geringen Informationsmenge sehr, sehr viel) das Göttliche sehen. Sei es in einem brennenden Busch, in dem Hören von Stimmen, die sagen man soll seinen Sohn opfern (heute würden wir die Psychiatrie und Tabletten empfehlen) oder zu Naturkatastrophen. Mit zunehmender Bildung und dem Verständnis seiner Umwelt werden die Ereignisse die man der "Göttlichkeit" zuweist immer weniger bis quasi Null. Komisch oder?

Natürlich muss man auch feststellen dass viele von diesen Büchern geschrieben wurden zu einer Zeit in der das Leben so einfach war, dass man in seiner Hütte saß, sich fortgepflanzt hat und Schafe gehütet und irgend einer Gottheit gehuldigt hat. Man hat dann einige Regeln für das Zusammenleben aufgestellt und das wars. Rein zufälligerweise haben eigentlich alle Kulturen festgestellt, dass klauen doof ist, man sich nicht die Alte vom Nachbarn schnappen sollte sonst gibt es Zoff und Leute des eigenen sozialen Kreises totschlagen auch nicht gut ist. Dann kommen nämlich seine Verwandten und es gibt richtig großen Zoff. Das zeigt wohl dass da ziemlich wenig göttliches an solchen Geboten ist sondern das Erfahrungen sind was notwendig ist das eine Sozialgemeinschaft funktionieren kann.

Es ist auch klar, dass wenn Bücher und Regeln von Leuten geschrieben werden die weniger Infos als eine Tageszeitung haben und deren Leben sich eher archaisch gestaltet deren Weisheiten nicht 1:1 auf unser Leben heute übertragen werden können. Das ist wie eine Anleitung für eine Dampfmaschine schreiben die gleich bleibt auch für einen Supercomputer. Das geht nicht. Und es wird nicht besser wenn man diese alte Anleitung 1000 Mal liest und glaubt darin die Antworten für Probleme zu finden die es nicht mal gab zu der Zeit. Da liegt auch mein Problem mit gewissen Kirchenvertretern die scheinbar in der Einfachheit dieser Gedanken gefangen sind und glauben zu Weihnachten Leute dazu bewegen zu müssen gemachte Fehler zu wiederholen. An denen ist so viel heilig wie an einer Zwiebel.

Man nehme zum Beispiel das Flüchtlingsproblem. Da kommen gewisse Kirchenvertreter mit ihrer banalen Botschaft der Hilfsbereitschaft. Grundsätzlich gut. Aber so eine global vernetzte Welt gab es damals nicht. Es gab nicht das Problem, dass nachdem sich Jugendliche auf eine lebensgefährliche Reise machen und man die aus banaler Hilfsbereitschaft aus dieser Lage befreien möchte sich das binnen Tagen durch das Internet weltweit rum spricht, dies X-Millionen von Menschen erreicht, die sich Chancen auf ebenfalls diese Hilfsbereitschaft ausmalen und sich auf solch eine Reise machen um Aslyregeln zu umgehen. Und das ist wohl noch vereinfacht dargestellt. Und plötzlich kommen da paar Politiker die sich profilieren wollen und einige Kirchenvertreter bei solch einem komplexen Problem mit "liebe deinen Nächsten"? Sorry, geht's noch? Rettet die Wale würde ich auch nehmen, ist doch auch was Gutes. Allerdings sehr wenig hilfreich bei der Bewertung der Lage und dem Abwegen der Maßnahmen.

Das ist nur ein Beispiel und das betrifft eigentlich alle Lebensbereiche. Darum finde ich die Kirchen sollten in den Kirchen bleiben und versuchen weniger Politik zu machen. Tausende Jahre alte Rezepte aus Zeiten in der die Welt eine ganz andere war taugen nicht für heute.

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