Tach Leute,
heute habe ich mir mal einige Zahlen zu Frankreich angeschaut. Und ich muss sagen, dass die Gelbwesten-Proteste eingentlich schon ziemlich komisch sind. Da wird von Verelendung gesprochen und Ähnlichem. Ich weiß gar nicht was die glauben wie es im Rest Europas aussieht. Das ist Gejammer wirklich auf höchstem Niveau. Hier ein paar Zahlen:
Der Kündigungsschutz ist immernoch viel umfangreicher als z.B. in Deutschland oder Österreich. Das Renteneintrittsalter liegt bei 62 Jahren. Eine 35 Stundenwoche ist normal. Die Einkommensteuer ist um einiges niedriger als in Deutschland und das gesamte Steuer- und Abgabenniveau für Arbeitnehmer ist weit, weit von Ländern wie z.B. Dänemark oder Schweden entfernt. Arbeitslosengeld wird einem Artikel aus dem Jahr 2017 der Frankfurter-Allgemeinen nach zwei bis drei Jahre gezahlt und es sollen bis 70 Prozent der letzten Einkommen sein. Und derzeit liegt die Arbeitslosenquote 2 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Unter dem Strich zählen die Franzosen zu den Bestverdienern in der ganzen EU.
Ich frage mich schon wie das alles zusammenpassen soll? Da wird von Transferunion und ähnlichem gesprochen. Hm, glauben die Franzosen wirklich die werden als Netto-Topverdiener zu den Empfängern gehören und nicht eher zu den Gebern was die Frage der Finanzierung aufwirft. Die kommen doch dank dieses Wohlfahrtstaats selbst kaum über die Runden. Woher soll das Geld denn kommen wenn die selbst auf diesem hohen Niveu sich Reformen verweigern und lieber das Land zerdeppern? Tatsächlich ist es sogar so, dass selbst die hochverschuldeten Italiener zu den Besserverdienern in der EU gehören und die "armen" Griechen im Mittelfeld liegen. Dahinter kommt alles was östlich von Deutschland/Österreich liegt.
Ich höre da immer Reden von Europa und überhaupt. Von einem außerordentlichen Engagement für Europa kann ich eigentlich nichts sehen. Ich sehe immer nur Leute, die kurz nach dem Amtsantritt sich neue Sachen überlegen wie man an die Töpfe der anderen rankommt für Europa und immer nur davon reden was andere nicht für Europa tun. Nur wer sich sowas leistet während andere die 1/2 oder 1/3 davon verdienen, mit 67 in Rente gehen oder nur 6 Monate Arbeitslosengeld beziehen oder 50 Prozent mehr Steuern und Abgaben bezahlen...Fakt ist daher auch dass jemand mit einer so funktionierenden Wirtschaft nicht wirklich großes Geld für "Europa" mit einbringen kann.
Gut der Macron hat da ein paar Sachen probiert aber ziemlich grandios an seinen auf Weltklassenivea jammernden Leuten gescheitert. Kann ja nicht sein, dass das Europa sein soll.
Was man sich so alles anschauen kann wenn man ZEIT für seinen Blog hat, hehe. Öhm, ich denke morgen erkläre ich den Zusammenhang zwischen, Prioritäten, America first, Win-Win, Verhandlungsgeschick, Umsetzung von Aufgaben und Stellenbeschreibung eines Politikers.
P.S.
Ach übrigens. Gut das mit den Benzinpreisen o.k. Das war wohl etwas viel aber nach der Rücknahme der Erhöhung geht es wohl nur noch darum die ganzen Reformen zurückzudrehen. Wie soll das mit der Sozialunion gehen die der Junker gerne hätte mit gemeinsamer Arbeitslosenversicherung? Das kann natürlich nur gehen wenn auch die Sozialleistungen angepasst werden. Was glaubt ihr was in Frankreich los sein wird wenn denen zugemutet wird für Europa entweder auf die niedrigeren Leistungen wie z.B. hier in Deutschland zu fallen oder die halt bedeutened mehr zahlen müssen weil die halt 2-3 Jahre weiter ihr ALG bekommen wollen? Oder sollen alle anderen das mit dem Augenzwinkern hinnehmen gleich viel zu zahlen aber einen Bruchteil zu bekommen weil die sonst wieder das Land zerdeppern und nun Brüssel und nicht mehr Macron dafür verantworlich machen für die "Verelendung"? Ich würde sagen dann wird der Front-National siegen und Frankreich geht aus der EU falls nicht alle diesen Wohlfahrtsstaat finanzieren wollen.
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